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Massagen
Die Massage (von frz. masser massieren) ist eine Therapieform der manuellen Therapie. Sie dient zur mechanischen Beeinflussung von Haut, Bindegewebe und Muskulatur durch Dehnungs-, Zug- und Druckreiz. Die Wirkung der Massage erstreckt sich von der behandelten Stelle des Körpers über den gesamten Organismus, was auch die Psyche mit einschließt.
Ursprung
Die Massage im weitesten Sinne ist eines der ältesten Heilmittel der Menschheit. Franz Kirchberg hat dies in seinem Buch treffend formuliert:
Wie jeder Mensch instinktiv eine geschwollene und deshalb schmerzende oder gestoßene Stelle seines Körpers reibt oder drückt und so versucht, den durch die Spannung verursachten Schmerz zu mindern, so wird dieses instinktive Mittel wohl auch als Heilmittel zu allen Zeiten angewandt worden sein.
Die gezielte Anwendung von Massagen zur Heilung hat ihren Ursprung sehr wahrscheinlich im Osten Afrikas und in Asien (Ägypten, China, Persien). Die ersten Erwähnungen finden sich beim Chinesen Huang-ti, der bereits 2600 v. Chr. Massagehandgriffe und gymnastische Übungen beschreibt. In Verbindung mit ätherischen Ölen und Kräutern gibt es auch frühe Nachweise in der indischen Ayurveda. Über den griechischen Arzt Hippokrates (460-375 v. Chr.) gelangt die Massage letztendlich nach Europa. Hier spielt sie eine essentielle Rolle bei der Rehabilitation der Gladiatoren. Hippokrates erkundet und vertieft die Geheimnisse der Massage und schreibt seine Erkenntnisse und Tipps zur Anwendung nieder. Der zweite bedeutende Arzt der Antike, der Römer Claudius Galenus (129-199), nahm sich ebenfalls der manuellen Therapie an und schrieb unzählige Abhandlungen über die von ihm entworfenen Massageformen und bei welchen Erkrankungen diese anzuwenden seien. Trotz seines Einflusses, der bis weit in das Mittelalter reicht, verliert die Gesellschaft das Interesse an Massagen und anderen Präventions- und Therapiemaßnahmen.
Wiederentdeckung
Erst gegen Ende des Mittelalters, im 16. Jahrhundert, wurde die Massage durch den Arzt und Alchimisten Paracelsus (1493-1541) wieder Thema der Medizin. Allerdings sträubte dieser sich gegen die Lehren des Galenus, insbesondere gegen die Viersäftelehre, und machte sich damit unter seinen Kollegen viele Feinde. Es brauchte einen weiteren Arzt, den Franzosen Ambroise Paré (1510-1590), um die Massage in der modernen Medizin zu etablieren. Er verwendet die Massage als Rehabilitationstherapie nach Operationen.
Weiterentwicklung und Gegenwart
Die so genannte Schwedische Epoche auf dem Gebiet der manuellen Therapie begann mit Pehr Henrik Ling (1776-1836). Ling war zunächst als Gymnastik- und Fechtlehrer tätig und gründete später im Jahre 1813 das Zentralinstitut für Heilgymnastik und Massage in Stockholm, wo er seine Auffassungen von Massage und Gymnastik lehrte. Die von ihm entwickelten Handgriffe wurden als „Reiben, Drücken, Walken, Hacken und Kneipen“ bezeichnet. Ebenfalls maßgeblich beteiligt an der Weiterentwicklung der klassischen Massage war der holländische Arzt Johann G. Metzger (1839-1901). Dies zeigt die Tatsache dass er namentlich im Meyer's Konversations Lexikon von 1877 im direkten Zusammenhang mit der Massage genannt wird.
Massage ... mechanisches Heilmittel, in neuester Zeit durch Metzger in Amsterdam systematisch ausgebildet und wissenschaftlich begründet.
Es wird ganz deutlich wie wichtig Metzger für die heutige Massage war. Durch seine Arbeit in Amsterdam wurde der Massage das Tor zur Wissenschaft und zur Medizin geöffnet. Ihre Wirkung konnte von da an nicht mehr geleugnet werden.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Technik der schwedischen Massage von den Amerikanern übernommen, und erst durch den Berliner Orthopäden Albert Hoffa (1859-1907) Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland eingeführt wurde. Hoffa war es auch, der der schwedischen Massage den letzten Feinschliff gab und sie in der heute bekannten Form verbreitete. Er setzte die Massage speziell für den Bewegungsapparat ein und kombinierte sie mit einer gelenkspezifischen Übungsbehandlung. Nach seiner Auffassung könnten nur Ärzte pathologische Produkte der Muskulatur palpieren und massieren. Jeder seiner Assistenzärzte musste daher die Massage erlernen und praktizieren.
Es entwickelten sich immer spezifischere Massagegriffe und es gab eine Entwicklung, weg von der direkten Wirkung auf Haut und Muskeln. Head (1889) und Mackenzie (1917) entdeckten die Bedeutung der Reflexbögen und begründeten damit die Reflexzonentherapie. Auf diesem Wissen aufbauend erforschte Prof. Kohlrausch die Beeinflussung innerer Organe durch gezielte Reize der Haut. Auf diese Form der Therapiemöglichkeit kam Kohlrausch durch die Selbstversuche der Physiotherapeutin Elisabeth Dicke (1884-1952), welche als Mutter der Bindegewebsmassage gilt. Zeitgleich erfand der Arzt und Physiotherapeut Dr. Paul Vogler die Kolonbehandlung sowie die Periostmassage. Ein paar Jahre später entwickelte der Däne Dr. Emil Vodder zusammen mit seiner Frau Estrid das Prinzip Lymphdrainage. Diese ist heutzutage neben der Klassischen Massage die am meisten angewendete Behandlung aus dem Bereich der Manuellen Therapie.
Heutzutage obliegen die Massage und die Reflexzonentherapie nicht mehr den Ärzten, sondern wird von Masseuren/Masseurinnen bzw. Physiotherapeuten/Physiotherapeutinnen ausgeführt. In Europa gibt es inzwischen in fast jedem Staat eine entsprechende Ausbildung, die den Schutz des Gesetzes genießt.
Allgemeine Wirkung
Da sich die theoretischen Grundlagen der einzelnen Massagearten sehr stark unterscheiden, und diese auf völlig unterschiedlichen Behandlungstheorien basieren, ist die Anzahl der Wirkungsweisen auf den Körper sehr hoch. Folgend sind die wichtigsten dieser Wirkungsweisen genannt.
-Steigerung der Durchblutung
- Entspannung der Muskulatur
- Lösen von Verklebungen und Narben
- Schmerzlinderung
- Entschlackung des Gewebes
- Einwirken auf innere Organe über Reflexbögen
- Psychische Entspannung
- Verbesserung des Zellstoffwechsels im Gewebe
- Entspannung von Haut und Bindegewebe
Formen der Massage
Die verschiedenen Formen der Massage versuchen auf zwei unterschiedliche Arten eine Heilung oder Linderung beim Patienten zu erlangen. Die klassische Methode ist die Behandlung der Haut und der Muskulatur an der Stelle wo massiert wird. Diese Methode ist weitestgehend schulmedizinisch anerkannt und findet sich in den Lehrbüchern und Therapieleitfäden wieder. Die zweite Art wird heutzutage noch sehr kritisch beäugt und es haben nur wenige Therapien den Sprung auf die Leistungskataloge der Krankenkasse geschafft. Diese Massageformen machen sich die Reflexbögen zu nutze und können so auch Leiden der Organe behandeln. Es wird also nicht die "kranke Stelle" behandelt, sondern das entsprechende Areal, welches das kranke Organ repräsentiert. Um beiden Methoden einen einprägsamen Namen zu geben, wird hier von einer "direkten Wirkung" und einer "reflektorischen Wirkung" gesprochen. Da der menschliche Körper ein komplexes System ist, kann niemals eine Therapie ausschließlich nur auf eine von beiden Behandlungsarten aufbauen. Die Einteilung soll daher lediglich die Richtung weisen, nicht aber exakte Auskünfte über die Therapie geben.
Direkte Wirkung
- Klassische Massage (Schwedische Massage)
- Ganz-/Teilkörpermassage
- Sportmassage
- Lymphdrainage
- Unterwassermassage
- Ayurveda Massage
- Bürstenmassage
- Esalen-Massage
- Lomi Lomi
- Romi
- Rhythmische Massage (nach Dr. med. Ita Wegman)
- Shiatsu
- Thai-Massage
- Hot Stone Massage
- Ganzheitliche Massage
Reflektorische Wirkung
- Akupressur
- Akupunktmassage (nach Penzel)
- Bindegewebsmassage
- Reflexzonenmassage (z. B. Fuß-, Handreflexzonenmassage/-therapie)
- Ausgleichende Punkt- und Meridian-Massage
- Periostmassage
- Kolonbehandlung
- Schlüsselzonenmassage (nach Marnitz)
- Segmentmassage
- Tantra-Massage
- Tuina Massage
- Watsu
- Pneumatische-Pulsationsmassage
Klassische Massage
Die Klassische oder auch Schwedische Massage wird heutzutage weltweit von Masseuren, Physiotherapeuten und Ärzten praktiziert und ist daher eine der bekanntesten Massageformen. Das liegt unter anderem daran, dass die Klassische Massage wissenschaftlich und medizinisch anerkannt ist und es keine Zweifel an ihrer Wirkung gibt. Lediglich über die heilenden Aspekte für die Psyche ist sich die medizinische Fachwelt noch nicht einig.
Indikation
Zu den Indikationen der klassischen Massage zählen Verspannungen, Verhärtungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, wie die Wirbelsäulen-Syndrome, oder auch posttraumatische Veränderungen. Durch die Reflexbögen können sich Erkrankungen der inneren Organe an der Haut oder den Muskeln zeigen, bzw. umgekehrt Verspannungen der Muskeln sich auf die Organe auswirken. In diesen Fällen kann die klassische Massage Heilung bringen, allerdings sind hier auch Therapien wie die Bindegewebsmassage gefragt. Ein weiteres Einsatzgebiet der Massage ist die Fachrichtung der Neurologie. Hier lassen sich besonders Paresen, Spastiken, Neuralgien und Sensibilitätsstörungen behandeln. Hinzu kommen die auf Stress zurückzuführenden psycho-somatischen Krankheitsbilder, die sich hauptsächlich auf das Herz und den Blutkreislauf beziehen.
Kontraindikation
Generell kann man sagen, dass alle akuten Entzündungen ein absolutes "Nein" für Massagen bedeuten. Dazu zählen fieberhafte Erkrankungen und Erkrankungen der Gefäße, da der Körper bereits stark beansprucht ist, und durch die Massage zusätzlich belastet wird. Bei Hauterkrankungen kann der Kontakt zu Verschlechterung der Krankheit, Verschleppung der Keime oder Ansteckung des Therapeuten führen. Ebenso ist bei einer traumatischen Verletzung die Massage wegen des Druckes auf das entsprechende Gewebe (wie z. B. Muskulatur, Knochen) absolut kontraindiziert. Das gilt auch bei Tumoren, da eine Massage ein erhöhtes Wachstum und eine gesteigerte Metastasierung auslösen kann.
Handgriffe
Die Klassische Massage verfügt über fünf Handgriffe, die aufgrund ihrer Wirkung in den unterschiedlichen Phasen einer Massage angewendet werden.
- Effleurage (Streichung; von frz. effleurer flüchtig berühren)
Die Streichung ist der angenehmste und entspannenste Handgriff der Massage. Sie wird vor allem am Anfang zum Verteilen des Öls (oder der Creme) eingesetzt und um die Haut des Patienten an die Hand des Therapeuten zu gewöhnen. Während der Behandlung dient er als Erholungspause zwischen den stärkeren Griffen. Zum Abschluss der Massage wird die Streichung zur Entspannung der gestressten Muskulatur und Erholung für den Patienten angewendet. Der Rücken des Patienten kann nach der Massage mit Einreibealkohol unter schnellen Streichungen eingerieben werden. Das lockert die Muskulatur und verhindert die Entzündung der Haarwurzel.
- Petrissage (Knetung, Walkung; von frz. pétrir (durch)kneten)
Haut und Muskulatur werden entweder zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger oder mit der ganzen Hand/beiden Händen gefasst und geknetet bzw. gewalkt. Bei der Knetung wird die Wirkung auf die Muskulatur von den Händen des Therapeuten erzeugt, bei der Walkung geschieht dies durch den Druck des Muskels auf die darunter liegenden Knochen. Beide Griffe werden vor allem verwendet, um Verspannungen zu lösen. Sie wirken auf die Muskulatur und das Unterhautbindegewebe, und verbessern die Durchblutung.
- Friktion (Reibung; von frz. friction Reibung)
Die Fingerspitzen oder die Handballen führen kleine, kreisende Bewegungen auf dem Muskel aus. Dieser Griff ist sehr effektiv bei Verspannung und Verhärtungen der Muskulatur, muss aber sehr vorsichtig eingesetzt werden, da er sehr kraftvoll ist und starke Schmerzen und evtl. Verletzungen verursachen kann.
- Tapotement (Klopfung; von frz. tapoter gegen etw. klopfen; tätscheln)
Mit der Handkante, der flachen Hand, oder den Fingern werden kurze, schlagende Bewegungen ausgeführt. Diese fördern die periphere Durchblutung, verändern den Tonus der Muskulatur. Wird die Klopfung mit der Hohlhand auf Höhe der Lunge ausgeführt, so verbessert dies die Schleimlösung in der Lunge.
- Vibration (Erschütterung; von frz. vibration Schwingung; Zittern)
Vibrationen werden vom Therapeuten durch so genanntes Muskelzittern erzeugt. Die Fingerspitzen oder die flache Hand werden aufgelegt und der Masseur erzeugt das Muskelzittern. Die Wirkung kann bis in tiefer gelegene Gewebe und Organe reichen. Dieser Handgriff ist lockernd und hat somit unter anderem eine krampflösend Wirkung.
Ganz-/Teilkörpermassage
Man unterscheidet die Massage in Ganz- und Teilkörperbehandlung. Von einer Ganzkörpermassage spricht man, wenn von den Beinen beginnend der ganze Körper des Patienten massiert wird. Danach werden die Arme, der Rücken und Nacken massiert. Die Massage kann auf die Brust, den Bauch und das Gesicht ausgeweitet werden. Die Ganzkörpermassage wird nur selten als medizinische Therapie verschrieben. Meistens findet man sie mit abgeschwächten Handgriffen als ganzheitliche Massage oder Tantramassage.
Bei der Teilkörpermassage wird nur ein Körperteil massiert. Beide Beine bzw. beide Arme zählen hier als ein Körperteil. Daraus ergeben sich folgende Teilmassagebereich: Beine, Rücken (mit Po und Nacken), Arme, Brust, Bauch, Gesicht. Diese Einteilungen sind aber eher zum Abdrucken in Schulbüchern geeignet. Jeder Masseur hat seine eigene Art der Massage und wird eine Teilkörpermassage auf die angrenzenden Gebiete ausweiten, wenn er eine Notwendigkeit erkennt.
Heißluft / Rotlicht
Die Behandlung mit Rotlicht und Heissluft zur Durchblutungsförderung, Muskeldetonisierung und Schmerzdämpfung. Der therapeutische Effekt kann zusätzlich durch Verwendung sog. feuchter Wärme (zusätzliche Auflage feuchtwarmer Tücher auf der Haut) variiert werden. Diese Behandlungsform ist insbesondere als tonusmindernde Vorbehandlung für eine nachfolgende oder vorherige Krankengymnastik bzw. Massage angezeigt.
Fango
Fango (abgeleitet vom italienischen "fango/fanghi": Schlamm, Schmutz, heilender Schlamm) ist ein Mineralschlamm vulkanischen Ursprungs. Das Ausgangsgestein für den Fango wird in Deutschland in wenigen Gebieten, u. a. in Bötzingen, am Kaiserstuhl und in Bad Neuenahr im Bereich des Laacher Sees abgebaut.
Das mineralhaltige Gestein enthält u. a. Substanzen wie Kieselsäure, Aluminiumoxid, Eisenoxid, Tonerde und Magnesium. Es wird gebrochen, erhitzt und dann fein gemahlen. So aufbereitet kann das Fangopulver zu Heilzwecken in der Peloidtherapie eingesetzt werden.
Vor der Anwendung wird es mit Wasser zu einem homogenen Brei aufgemischt, auf eine Temperatur von 45- 50° C erhitzt und als sogenannte Schlammpackung in einer Schichtdicke von ca. 3cm auf die erkrankten Bereiche des Körpers aufgetragen. Anschließend wird der Körper zwecks optimaler Wärmespeicherung in Folie, Leinentücher oder Wolldecken eingehüllt.
Die Anwendungsdauer solch einer Behandlung liegt zwischen 20 und 40 Minuten, wobei die Wärme des Fangos in das tief liegende Gewebe eindringen kann und dieses somit lang anhaltend und wirkungsvoll erwärmt.
Peloidtherapien mit Fangopackungen wirken u. a. bei Bindegewebs- und Muskelrheumatismus, sowie chronisch- rheumatischen Erkrankungen. Sie kommen zum Einsatz bei sportlicher oder beruflicher Überbelastung. Zudem fördern sie die Durchblutung, regen den Stoffwechsel an und lindern Schmerzen.
Die Heilwirkung von Fango in Kombination mit Massagen und Bewegungstherapie ist wissenschaftlich belegt.
Shiatsu
Shiatsu (jap. shi = Finger, atsu = Druck) ist eine in Japan entwickelte Form der Körpertherapie, die aus der traditionellen chinesischen Massage (Tuina) hervorgegangen ist. Wörtlich übersetzt bedeutet Shiatsu „Fingerdruck“, die Behandlung umfasst jedoch weit mehr: Zur Berührung wird der ganze Körper eingesetzt. Dabei arbeitet der Behandelnde weniger mit Muskelkraft als mit seinem Körpergewicht und versucht, während der Behandlung eine energetische Beziehung zum Klienten herzustellen (Energie hier im Sinne von Qi). Vom Behandelnden ist Achtsamkeit, Sensibilität und Offenheit gefragt.
Shiatsu basiert auf den Vorstellungen der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), insbesondere dem in der TCM entwickelten Meridiansystem (System von Energieleitbahnen) und dem System der Fünf Wandlungsphasen (Fünf Elemente). Im Unterschied zu Akupunktur und Akupressur werden im Shiatsu nicht nur einzelne Punkte am Körper stimuliert. Es wird hingegen entlang der verbindenden Meridiane behandelt. Außerdem umfasst Shiatsu auch eine Vielzahl an Mobilisierungsübungen für den Körper.
Das Ziel von Shiatsu ist es, durch die Berührung des Körpers das physische, emotionale und geistige Wohlbefinden zu fördern und Möglichkeiten der Entfaltung und Entwicklung aufzuzeigen.

Zen Shiatsu wurde von dem Japaner Shizuto Masunaga entwickelt, der vor allem für seine Erweiterung des Meridian-Systems bekannt ist. Er entwickelte seine eigenen Theorien zur energetischen Struktur des menschlichen Körpers. Im Gegensatz zur Akupunktur spielen im Zen Shiatsu die einzelnen Punkte keine sehr große Rolle, es wird der gesamte Meridian behandelt. Masunaga studierte an der Universität von Kyoto Psychologie, was in seine Arbeit einfloss, und lernte bzw. lehrte Shiatsu am Nippon Shiatsu Institut. Er entwickelte auch ein komplexes Diagnose-System am Bauch und Rücken sowie spezielle Meridian-Dehnungsübungen (Makko Ho). Sein Buch "Zen Shiatsu" wurde 1977 veröffentlicht, seine Lehre von zahlreichen Schülern auch in den Westen weitergetragen. Shizuto Masunaga starb 1981.
An Shiatsu angelehnte Methoden
Ohashiatsu ist eine Art meditativer Tanz, der von dem Japaner Ohashi nach Grundlagen des Shiatsu entwickelt wurde. Er soll die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützen und das allgemeine Wohlbefinden steigern.
ShinTai ist eine von Saul Goodman begründete Form die sich aus dem Shiatsu weiterentwickelt hat.
WaterShiatsu (Watsu) ist eine an Shiatsu angelehnte Technik, die neben Wellness auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden kann. Die Behandlung wird im Wasser ausgeführt wobei die Auftriebskräfte und die Wärme (ca. 35° Celsius) zu einer tiefen Entspannung beitragen sollen.
Die Dorn-Methode nach Dieter Dorn
Die Wirbelsäule ist die Schutzhülle für das Rückenmark, das zentrale Steuerungsorgan für alle Körperfunktionen. Die von der Wirbelsäule abgehenden Nerven versorgen alle Organe und Gewebe. Durch Verschiebung, Fehlstellung oder Blockierung eines oder mehrerer Wirbel können die entsprechenden Organe nicht mehr optimal versorgt werden und es können, auch ohne Schmerzen, Störungen wie Migräne, Verdauungsleiden, Missempfindungen und Gelenkschmerzen auftreten.
Das Ziel der Wirbeltherapie nach Dorn ist dasselbe wie bei der Chirotherapie: Es geht darum, verschobene Wirbel und Gelenke wieder einzurichten und dadurch Funktionsstörungen der Wirbelsäule zu beheben. Die Methode aber ist grundverschieden: Diese alternative Heilbehandlung nach Dorn setzt auf sanften Druck, statt auf Dehnen und Strecken. Bei dieser Methode werden die Wirbel durch den seitlichen Druck auf den Dornfortsatz oder Querfortsatz wieder eingerichtet. Das schont die Bänder, Muskeln und Sehnen der Wirbelsäule und birgt insgesamt weniger Risiko.
Mit dem sanften Einrichten nach Dorn kann die Wirbelsäule in relativ wenigen Sitzungen gerichtet und viele scheinbar therapieresistente, Leiden ursächlich angegangen und behoben werden. Da mit einem verschobenen Wirbel meistens auch emotionale Erlebnisse verbunden sind, kann mit dieser Therapie blockierte Energie freigesetzt werden, so dass der Mensch neue Kraft und Freiheit erlangt, um sein Leben zu gestalten und sich seinem ursprünglichen Naturell gemäss zu entwickeln.
Wirkungsweise und Vorteile der Dorntherapie sind:
- Einrichten der Gelenke durch dosierte Druckbewegungen
- Rückführung "ausgerenkter" Gelenke in ihre richtige Position
- Behebung von Fehlstellungen der Wirbelsäule
- Wiederherstellung der ursprünglichen Statik
- Ausgleich von funktionellen Beinlängendifferenzen
- Mögliche Vermeidung von Operationen
(Arthrose, Bandscheibe)
- Lösen von Blockaden
- Einflussnahme auf Organe und Organsysteme
- Einflussnahme auf die Psyche
Eine Ursache für eine Vielzahl von Wirbelsäulenerkrankungen, sind ungleich lange Beine. Mit der sanften Wirbeltherapie nach Dorn lassen sich solche funktionelle Beinlängendifferenzen fast immer ausgleichen. Die Gelenke werden nach der Behandlung wieder gleichmäßig belastet und Arthroseschmerzen und Beschwerden der Wirbelsäule können sich beruhigen.
Wellness
Der Begriff Wellness, erstmals 1654 in einer Monografie von Sir A. Johnson als "...wealnesse", im Oxford English Dictionary mit "gute Gesundheit" übersetzt: nach modernem Verständnis ein ganzheitliches Gesundheitskonzept, seit den 50er Jahren in den USA Oberbegriff einer seinerzeit neuartigen Gesundheitsbewegung.
Per Definition leitet sich der Begriff Wellness von den Begriffen Wellbeing und Fitness bzw. Wellbeing und Happiness ab, d. h. das Lebensstilkonzept Wellness zielt auf Wohlbefinden, Spass und eine gute körperliche Verfassung ab. Heute versteht man unter Wellness vor allem Methoden und Anwendungen, die das körperliche, geistige und seelische Wohlbefinden steigern. Fremdenverkehrseinrichtungen, Hotels, Badeanstalten, Kureinrichtungen bieten unter dem Begriff Massagen, Bäder, aber auch Tages- und Wochenprogramme an.
Wellness ist auch ein beliebtes Werbewort und ein mittlerweile recht inflationär gebrauchter Begriff, da er rechtlich nicht geschützt ist. So werden z.B. Mineralwasser, indischer Lassi, Socken, Müsli, Konfitüre und so genannte Nahrungsergänzungsmittel wie Noni als angebliche Wellness-Artikel verkauft.
1959 hatte der amerikanische Sozialmediziner Halbert L. Dunn das Wort Wellness neu aufgegriffen. In den 1970er Jahren – als die Kosten im amerikanischen Gesundheitswesen explodierten – entwickelten die Wellness-Pioniere Donald B. Ardell und John Travis im Auftrag der amerikanischen Regierung neue ganzheitliche Gesundheitsmodelle, die auf Prävention und Eigenverantwortung des Einzelnen für seine Gesundheit aufbauten. Nach dem Verständnis Ardells beschreibt Wellness einen Zustand von Wohlbefinden und Zufriedenheit und besteht aus den Faktoren Selbstverantwortung, Ernährungsbewusstsein, körperliche Fitness, Stressmanagement und Umweltsensibilität.
Wellness basiert danach im wesentlichen auf vier Säulen:
1. Bewusste Ernährung, ganzheitlicher Umgang mit Lebensmitteln
2. Bewusste Bewegung: regelmäßige, angepasste Bewegungsprogramme
3. Mental: Entspannungs- und Stressmanagement
Methoden wie autogenes Training, Meditation, Qigong,
Taijiquan, Tantra, Yoga; auch passiver Art wie Sauna,
Tiefenwärme, Massage, Floaten, Wassertreten, Barfußlaufen usw.
4. Verhältnis zu Natur und Genussmitteln: sorgfältiger Umgang mit der Natur und ihren Produkten.
Diese Auffassung von Wellness wird mittlerweile auch als Medical Wellness bezeichnet, deren Grundlage v.a. eine gesundheitsbewusste Lebensweise im Alltag ist. Entsprechende Kurse für Menschen mit gesundheitlichen Problemen - vor allem den so genannten Zivilisationskrankheiten - werden mittlerweile von vielen Krankenkassen und in Kurorten angeboten. Umgangssprachlich werden unter Wellness vor allem passive Wohlfühlangebote verstanden.
Eine besondere des Wellness ist das Ökowellness. Dieser neue Qualitätsbegriff, der das erste Mal von R.S.Tomek 1995 kreiert wurde, verbindet die von der EU unter der Norm 2092/91 erlassenen Qualitätskriterien für ökologische oder biologisch zertifizierte Produkte mit den Wirkungen und Diensten von medizinisch orientierten Wellness-Produkten- und Diensten.
Spa (Sanus per Aqua = Gesundheit durch Wasser)
Als Spa wird zuerst im Englischen, heute zunehmend auch im Deutschen eine Art Heilbad bezeichnet.
Etymologie
Der Name leitet sich vom belgischen Badeort Spa ab. Britische Touristen besuchten Spa seit dem 16. Jahrhundert. Der Name des Heilbades verbreitete sich zunächst (seit dem 17. Jahrhundert) auf den Britischen Inseln als Bezeichnung für jegliche Art von Mineralquelle. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erweiterte sich die Bedeutung im Amerikanischen Englisch auf Wellness-Oasen und besonders den Badebereich von Hotels.
Die oftmals zu lesende Behauptung, dass das englische Wort Spa eine Abkürzung aus lat. sanus per aquam Gesundheit durch Wasser sei, ist eine Volksetymologie. Dies geht schon aus der Tatsache hervor, dass der angeblich lateinische Satz als solcher falsch ist. Lateinisch sanus heißt nicht Gesundheit, sondern gesund, und die korrekte lateinische Entsprechung zu gesund durch Wasser müsste aquae vi sanus, aqua sanatus oder ähnlich lauten.
Oft dient Spa als nachgestellter Namenszusatz für Badeorte, ähnlich dem deutschen (dem eigentlichen Namen meist vorangestellten) Bad‘.
Was ist ein Spa?
Spa steht für Einrichtungen (Wellnesshotels, Beautyfarmen usw.), die den Einklang und die Harmonie von Körper, Geist und Seele anstreben. Zum Angebot gehören neben Fitness- und Ernährungsprogrammen, Körper- und Gesichtsbehandlungen auch Regenerationsprogramme.
Davon abgeleitet werden vor allem im asiatisch-pazifischen Raum Einrichtungen, die Dienstleistungen im Wellnessbereich bieten, als Spa bezeichnet. Zu einem Spa gehören z.B.
- eine Saunalandschaft
(zum Beispiel mit klassischer finnischer Sauna, Dampfbad, Biosauna, Eisgrotte),
- Bäder
(z.B. Hallenbad, Außenbecken, Whirlpool, Solegrotte)
- ein Fitnessbereich
(Cardio- und Krafttraining, Gymnastikraum usw.)
- ein Bereich für klassische Anwendungen
(Massagen, Wannenbäder, Gesichts- und Fußpflegebehandlungen)
- Entspannungszonen
(Liegeflächen, Meditationszonen etc.)
Je nach Spa-Kategorie kann ein Ernährungskonzept im Angebot sein. Spas gibt es in verschiedenen Kategorien, etwa als Day Spa, Hotel-Spa, Thermen-Spa, Spa-Resort, Privat-Spa. Es gibt etablierte Spa-Planer und -Architekten, die ein Spa von der ersten Idee bis hin zur Ausführungsplanung entwickeln.
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